Orientalische Handschriften-Projekte

Im Jahre 2005 beantragte Frau Prof. Klemm vom Orientalischen Institut der Universität Leipzig (OIL) zusammen mit der Universitätsbibliothek (UBL) bei der DFG ein Projekt zur Entwicklung eines Prototypen für die Katalogisierung von orientalischen Handschriften. Dieses Projekt wurde im Januar 2008 fertig gestellt und fand bei den Orientalisten große Aufmerksamkeit. Neben einer Datenpräsentation in Deutsch und Englisch kam auch die arabische Sprache in der Präsentation voll zum Einsatz. Der Prototyp verfügte auch über eine sichere Recherche in transkripierten Schreibweisen.

Somit konnten die 77 Handschriften der UBL, welche in den Jahren 1995 und 1996 erworben wurden, katalogisiert und digitalisiert werden. Da das Projekt in Wissenschaftskreisen große Beachtung fand, beantragte Prof. Schulz (OIL) beim Auswertigen Amt ein Projekt zur Erfassung und Sicherung der verbliebenen Handschriften in der Region Banda Aceh (Indonesien. Auf Grundlage des Prototyps konnte eine Anwendung für indonesische Belange entwickelt und installiert werden. Indonesische Mitarbeiter arbeiten nun mit Unterstützung des URZ an diesem Projekt. Seit 2009 läuft ein weiteres Vorhaben, das sich mit erhaltenen Handschriften in der Region Zentral-Java (Indonesien) beschäftigt und technisch durch das URZ Leipzig unterstützt wird. Beide Projekte wurden 2012 zu einer globalen Anwendung Nusantara - die Inseln - zusammengeführt.

Screenshot der Refaiya-Anwendung
Screenshot der Refaiya-Anwendung

Am 01.10.2008 startete ein Folgeprojekt von Frau Prof. Klemm und der UBL mit Unterstützung des URZ zur Erfassung und Digitalisierung der Privatbibliothek Refaiya, welche sich im Besitz der UBL befindet. Das vorhaben fand 2013 mit einer Ausstellung in der UBL seinen Abschluss.

Mit Bewilligung eines Fortsezungsantrages sollen weitere Handschriften aus dem Bestand der UBL und der Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) digitalisiert und in das Ursprungsprojekt katalogisiert werden.

Auch die Staatsbibliothek zu Berlin mit ihrer Orientabteilung sowie die Berliner Turfansammlung, welche durch das Vorhaben der Akademie der Wissenschaften 'Katalogisierung der orientalischen Handschriften in Deutschland' (KOHD) erschlossen wird, nutzen die vorliegende Anwendung nach. Daneben gibt es noch ein nicht öffentliches KOHD-Projekt, welches die gemeinsame Anwendungsbasis nutzt.

Das inzwischen in allen Teilprojekten realisierte Datenmodel entspricht heute in vollem Umfang den Anforderungen der TIMA (The Islamic Manuscript Association). In Kooperation zwischen TIMA und dem URZ wurde eine weitere Anwendung erstellt, welche 2015 veröffentlicht werden soll. Neben der Anwendung für die Orientalische Handschriftensammlung der Forschungsbibliothek Gotha wird derzeit auch an einer weiteren Applikation für die Katalogisierung der Orientalischen Handschriften in Deutschland (KOHD) im Auftrag selbiger gearbeitet. Beide Anwendungen sollen 2015 verfügbar sein.

Zur vereinheitlichung der verwendeten Namen von Autoren, Eignern und Kopisten wurde mit dem Vorhaben Orient-Portal begonnen.

Informationen zu den Orientalischen Handschrift-Projekten finden Sie unter:

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letzte Änderung: 05.01.2016

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